Fibonacci

 

Fibonacci, mit wirklichem Namen Leonardo Pisano, war ein italienischer Mathematiker der Mittelalters (1170 – 1250). In seinem berühmten Buch "liber abaci" beschreibt er ein Problem:

Ein Mann setzt ein Kaninchenpaar in ein Gehege. Diese Kaninchen bekommen jeden Monat ein weiteres Paar. Ein frischgeborenes Paar wird im 2. Monat fruchtbar. Wieviele Kaninchenpaare gibt es nach einem Jahr in diesem Gehege?

Das Originalpaar bekommt im ersten Monat ein weiteres Paar, also sind es dann zwei. Im nächsten Monat kommt wieder ein weiteres hinzu, also sind es drei. Im nächsten Monat kommt ein Kinderpaar des ersten Paares und eines des ersten Kinderpaares hinzu, also sind es 3+2=5. Die hinzukommenden Paare werden im nächsten Monat nichts beitragen, aber ab dem übernächsten monatlich ein Paar. Also kommen im nächsten Monat 3 hinzu, das sind 5+3=8. Im nächsten Monat kommen schon 5 hinzu, das sind 8+5=13, usw.

 

Fibonacci-Folge:

Ein Folge (ai) mit der Eigenschaft, dass jedes Glied Summe der beiden vorhergehenden Glieder ist (an + an+1 = an+2) heißt Fibonacci-Folge. Legen wir die beiden ersten Glieder fest mit a0 = 0 und a1 = 1, so bekommen wir folgende Standardfolge:

                              0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, ...

 

Rabbit-Folge oder die goldene Folge:

Das alte Paar (Typ A) bekommt jeden Monat ein neues Paar (Typ N), das einen Monat später zu einem alten Paar (Typ A) wird, das zeugungsfähig ist.

Das heißt: haben wir ein Paar vom Typ N (N), so einen Monat später eines vom Typ A  (A) und wieder einen Monat später eines vom Typ A und eines vom Typ N (AN). Im nächsten Monat haben wir die Paare ANA, dann ANAAN, dann ANAANANA etc. (Ersetze einfach A durch AN und N durch A). Setzen wir jetzt noch für A eine 1 und für N eine 0, so bekommen wir die Rabbit-Folge:

          1 0 1 1 0 1 0 1 1 0 1 1 0 1 0 1 1 0 1 0 1 1 0 1 1 0 1 0 1 1 0 1 .....................

 

Verweigung:

Wie bei den Kaninchen, kann man auch eine Pflanze betrachten, deren Zweige jedes Jahr einen neuen Sproß ansetzen, der wieder nach 2 Jahren jährlich einmal sprosst.

 

Goldener Schnitt:

Diese Folge hat die Eigenschaft, dass der Quotient zweier benachbarter Glieder gegen den goldenen Schnitt strebt (lim (an / an-1) = Phi).

Der goldene Schnitt Phi ist ein in der Bautechnik berühmtes Verhältnis von Strecken (Abständen), wahrscheinlich zuerst so genannt von Leonardo da Vinci (sectio aurea). Eine Strecke der Länge a ist durch einen Punkt s im goldenen Schnitt unterteilt, wenn die beiden Teilstrecken im selben Verhältnis zueinander stehen, wie die gesamte Strecke zu der größen der beiden Teilstrecken: a : s = s : a-s , was ungefähr ist:
        1,61803 39887 49894 84820 45868 34365 63811 77203 09179 80576 .

 

 


(Phi und Phi-1 sind die einzigen positiven Zahlen, für die die Gleichung x2 = x + 1 gilt, d.h. man erhält das Quadrat durch Addition von 1.)

 

Fibonacci-Spirale

Diese Folge führt auf natürliche Weise zu einer Spirale: man beginnt mit eine Quadrat der Seitenlänge 1. Links daneben setzt man ein ebenso großes Quadrat. Darüber legt man ein Quadrat der Länge 2. Rechts daneben eines der Länge 3, darunter eines der Länge 5, links daneben eines der Länge 8, usw. Legt man jetzt eine Kurve, die die gegenüberliegenden Ecken jedes so erzeugten Quadrates durchläuft, so erhält man eine Spirale, wie sei u.a. bei Muschelgehäusen vorkommt.

 

                            

 

 

Münzen:

Wir haben 1-DM-Münzenund 2-DM-Münzen. Will ich 4 DM bezahlen, kann ich sie auf 5 verschieden Weisen geben (wobei die Reihenfolge, in der ich die Münzen geben, von Bedeutung sein soll): 1+1+1+1 oder 1+1+2 oder 1+2+1 oder 2+1+1 oder 2+2. Bei 5 DM gibt es 8 verschiedene Weisen: 1+1+1+1+1 oder 1+1+1+2 oder 1+1+2+1 oder 1+2+1+1 oder 2+1+1+1 oder 1+2+2 oder 1+2+1 oder 2+2+1. Wieviel Möglichkeiten gibt es bei 10 DM und warum?

 

Pascalsches Dreieck:

Hier steht das Pascalsche Dreieck (nach links gestaucht): jede Zahl ist die Summe der darüberstehenden und der links davon stehenden (fehlt eine Zahl – drüber oder links davon, so soll man sich eine Null denken) Das ist sehr nützlich, um die Binomialkoeffizienten von (a+b)n zu finden.  Betrachte die Summen der nach rechts geneigten Diagonalen. Sie ergeben die Fibonacci-Folge. Warum?

      0 |  1

      1 |  1  1

             2 |  1  2  1

      3 |  1  3  3  1

      4 |  1  4  6  4  1

      5 |  1  5 10 10  5  1

      6 |  1  6 15 20 15  6  1

 

Programmierung

Wir programmieren eine Funktion für die Fibonacci-Folge, einmal iterative und einmal rekursiv:

        function f(n: integer): integer (iterativ)
begin
    if = 0;
    if n > 0 then begin
       a := 0; b := 1;
       for i = 1 to n-1 do begin
           b:= a + b; a:= b - a
       end;
       result:= b;
    end;
end.

 

        function f(n: integer) : integer (rekursiv)
begin
   if n
£=1  then result = n
             else result = f(n-1) + f(n-2)
end.

 

Wenn n <= 1, so wird n zurückgegeben, der Wert von a0 bzw. a1, also 0 oder 1. Wir können feststellen, dass diese Werte immer und immer wieder berechnet werden, was schon zeigt, dass hier die rekursive Programmierung recht ineffizient ist. So ist z.B.

f(3) = f(2) + f(1)
     = f(1) + f(0) + f(1)

f(4) = f(3) + f(2)
     = f(1) + f(0) + f(1) + f(1) + f(0)

Wenn wir f(n) also so herunterbrechen in die Summe von f(0) und f(1), so erhalten wir gerade die goldene Folge der Länge A(n)+1, wobei A(n) die Zahl der nötigen Additionen ist.

Für A(n) lässt sich dabei ganz ähnlich rekursiv definieren wie f(n):

A(0) = 0 ;  A(1) = 0 ;  A(n) = A(n-1) + A(n-2) + 1 (n>1)

Die ersten 100 Glieder der Fibonacci-Folge

0  : 0

1  : 1

2  : 1

3  : 2

4  : 3

5  : 5

6  : 8

7  : 13

8  : 21

9  : 34

10 : 55

11 : 89

12 : 144

13 : 233

14 : 377

15 : 610

16 : 987

17 : 1597

18 : 2584

19 : 4181

20 : 6765

21 : 10946

22 : 17711

23 : 28657

24 : 46368

25 : 75025

26 : 121393

27 : 196418

28 : 317811

29 : 514229

30 : 832040

31 : 1346269

32 : 2178309

33 : 3524578

34 : 5702887

35 : 9227465

36 : 14930352

37 : 24157817

38 : 39088169

39 : 63245986

40 : 102334155

41 : 165580141

42 : 267914296

43 : 433494437

44 : 701408733

45 : 1134903170

46 : 1836311903

47 : 2971215073

48 : 4807526976

49 : 7778742049

50 : 12586269025

51 : 20365011074

52 : 32951280099

53 : 53316291173

54 : 86267571272

55 : 139583862445

56 : 225851433717

57 : 365435296162

58 : 591286729879

59 : 956722026041

60 : 1548008755920

61 : 2504730781961

62 : 4052739537881

63 : 6557470319842

64 : 10610209857723

65 : 17167680177565

66 : 27777890035288

67 : 44945570212853

68 : 72723460248141

69 : 117669030460994

70 : 190392490709135

71 : 308061521170129

72 : 498454011879264

73 : 806515533049393

74 : 1304969544928657

75 : 2111485077978050

76 : 3416454622906707

77 : 5527939700884757

78 : 8944394323791464

79 : 14472334024676221

80 : 23416728348467685

81 : 37889062373143906

82 : 61305790721611591

83 : 99194853094755497

84 : 160500643816367088

85 : 259695496911122585

86 : 420196140727489673

87 : 679891637638612258

88 : 1100087778366101931

89 : 1779979416004714189

90 : 2880067194370816120

91 : 4660046610375530309

92 : 7540113804746346429

93 : 12200160415121876738

94 : 19740274219868223167

95 : 31940434634990099905

96 : 51680708854858323072

97 : 83621143489848422977

98 : 135301852344706746049

99 : 218922995834555169026

100: 354224848179261915075